Alnatura Multi-Frucht-Riegel

Alnatura führt Kunden mit “Sparpreis” in die Irre

Ein Erfahrungsbericht: Ärger, Analyse und Lösungsvorschlag

Was ist passiert?

Heute war ich mal wieder bei Alnatura und wollte mir lecker Fruchtriegel kaufen. Dort prangte ein blaues Schild mit der Aufschrift “Sparpreis”. Ich nahm gleich zwei Stück. Seltsam, dieses Schild war mir schon bei meinem letzten Einkauf vor einigen Tagen aufgefallen. Schon damals hatte ich mich über den unveränderten Preis von 1,65 € gewundert..

Dieses Mal stand eine mir bekannte Mitarbeiterin in der Nähe, die ich direkt darauf ansprach, warum denn plötzlich ein Sparpreis der gleiche sei wir vorher. Da sie mir in der Vergangenheit bereits bei Reklamationen geholen hatte, fragte ich sie gleich, ob sie die Filialleiterin sein. “Stellvertretende Fillialleiterin” kam als Antwort — ich war also an der richtigen Adresse. Ich gab relativ deutlich (aber freundlich) zu verstehen, dass ich diese Art der Produktbeschilderung als “Kundenverarsche” empfände. Sie gab von sich aus zu, dass diese Beschilderung für Kunden irreführend sei(n könne). Das betreffe ja aber auch nur Kunden, die nicht regelmäßig bei Alnatura einkaufen würden. Bitte was? Ich kaufe seit mehreren Jahren bei Alnatura und mir ist noch nie die Bedeutung eines Schildes erklärt worden, dass eine offensichtlich falsche Bezeichnung* trägt. Es folgte von ihrer Seite die Erklärung: Gemeint sei mit dem blauen “Sparpreis”-Schild, dass es sich um das günstigste Produkt der jeweiligen Kategorie handele. Außerdem sei es dauerhaft günstig. Es gebe noch ein rotes “Aktions”-Schild, das eine Preissenkung bei den Produkten anzeige. Ich bedankte mich für die Erklärung, ging mit den beiden Riegeln zur Kasse und dachte über ihre Worte nach.

Aber ich verstand es nicht. Was meinte sie denn mit der “jeweiligen Kategorie”? Also noch mal in den Laden, der Dame hinterher und weiter gefragt. Sie erklärte es mir am Beispiel Kokosöl: Es gebe verschiedene Sorten Kokosöl und das mit dem blauen “Sparpreis”-Schild sei das günstigste bezogen auf 100 ml. Daraufhin erwiderte ich, dass das ja bei Kokosöl relativ einleuchtend sei, aber bei den Fruchtriegeln gebe es kein vergleichbares Produkt (gemischter Riegel mit 4 verschiedenen Sorten in einer Packung); außerdem seien die verschiedenen Sorten ja auch mit verschiedenen Inhaltsstoffen gemacht und Mandeln kosteten im Einkauf nun mal mehr als Äpfel, insofern sei hier ein Vergleich innerhalb der fiktiven Kategorie “Fruchtriegel” unpassend. Da stimmte sie mir zu.

Ich gab nochmals deutlich zu verstehen, dass ich diese Behandlung von Kunden überhaupt nicht witzig fände und sagte ihr auch, dass es mir ein leichtes sei, bei schlechter Laune eine Domain alnatura-ist-blöd.tld zu reservieren, um anschließend einen Blog aufzusetzen und dort die Geschichte zu veröffentlichen. Ja ich war sauer, denn es war weder der erste noch der zweite unschöne Zwischenfall bei Alnatura und wenn das Fass voll ist reicht ein kleiner Tropfen … Nun gut, da ich am betreffenden Tag keine schlechte Laune hatte, veröffentlichte ich den Erfahrungsbericht im Blog ohne gemeinen Domainnamen ;-)

*Sparpreis und sparen

Zurück zur Wortwahl “Sparpreis”: Die Bezeichnung “Sparpreis” ist in diesem Fall grundsätzlich irreführend. Zur Erinnerung: Sparen bedeutet (in meiner Welt), weniger zu bezahlen und den Differenzbetrag zu behalten, um sich davon etwas anderes zu kaufen.

Das Wort “sparen” wird die letzten Jahre gefühlt von fast allen Firmen schamlos missbraucht, meist jedoch in dem Kontext, dass ich ein Produkt kaufen soll, weil es aktuell “besonders günstig” angeboten wird. Tatsächlich ist “günstig” oft das einzige Argument für einen Kauf. In einem solchen Fall würde ich nicht sparen, sondern im Gegenteil unnötige Mehrausgaben tätigen.

Alnatura könnte sich — wie bei der Auswahl und Qualität einiger Produkte — auch im Bereich der Wortwahl positiv abheben und dem weit verbreiteten Wortmissbrauch eine alternativ-angenehme Ehrlichkeit und Direkheit entgegen setzen. Leider geht Alnatura bei der Manipulation sogar noch einen Schritt weiter und setzt der Irreführung von Kunden durch “sparen” die Krone auf: Denn beim Kauf dieses Multi-Früchte-Riegels spare ich rein gar nichts, auch nicht beim Kokosöl. Der Preis ist gleich geblieben. Fail.

Was wäre eine Alternative bzw. Lösung?

  1. Grundsätzlich korrekt ist die Bezeichnung “kleinster Preis” für das blaue Schild, das allerdings nur beim Kokosöl und vergleichbaren Produktkategorien sinnvoll ist.
  2. Bei den Fruchtriegeln hat das Schild nichts verloren, denn die Riegelsorte ist einzigartig.

Mir ist bewusst, dass auch diese meine Einteilung einer gewissen Subjektivität unterliegt, denn schließlich ist alles eine Frage der Betrachtungsweise. Manch einer mag sachlich korrekt argumentieren, dass ein günstigeres Kokosöl von minderer bzw. anderer Qualität und für seine Anwendungszwecke nicht geeignet sei. Jemand anders mag den Standpunkt vertreten, dass Fruchtriegel eben Fruchtriegel sei. Die Grenze ziehe ich selbst bei den Inhaltsstoffen, die bei den unterschiedlichen Fruchtriegeln eben komplett anders sind und auch signifikant den Preis beeinflussen.

Woher mein Ärger?

Bei mir wurde durch das blaue “Sparpreis”-Schild der Eindruck erweckt, dass dieses Produkt im Preis gesenkt sei. Und ich unterstelle mal, dass jemand in der Marketingabteilung bei Alnatura diesen Effekt mindestens billigend in Kauf genommen hat. Es könnte sogar so sein, dass das Schild vorsetzlich mit dieser Absicht gestaltet worden ist. Denn man hätte auch ohne weiteres “günstigstes Produkt” und “im Preis gesenkt” auf die blauen bzw. roten Schilder drucken können. Das wäre klar, unmissverständlich und würde den propagierten Effekt der Kundeninformation ohne die negativ belastete Manipulation erfüllen.

Bei mir war der Eindruck entstanden, dass die Riegel günstiger sind als sonst. Ob ich auch ohne das blaue “Sparpreis”-Schild zu zwei Riegeln oder nur einem gegriffen habe, kann ich im Nachhinein nicht mit Sicherheit sagen. Aber meine Konsequenz war klar: Ich habe einen der beiden Riegel wieder zurück gelegt.

Polizei Hamburg: Wir sind bestenfalls zweite Wahl

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In der aktuellen Werbekampagne der Polizei Hamburg steht ein dunkelhäutiger Mann mit Fußballtrikot im Stadion und hält dem Betrachter die rote Seite einer Winkerkelle entgegen: HALT POLIZEI. Als (überwiegend) gesetzestreuer Bürger habe ich angehalten und mir die Werbung genauer angesehen.

Zunächst einmal schlägt mir die offensichtliche Absurdität der Situation entgegen. Warum trägt dieser (Schein-)Polizist ein Fußballtrikot? Ist das die neue Uniform oder arbeitet er als verdeckter Ermittler? Und was will dieser Mensch im Stadion mit der Kelle? Autos dürfen auf dem als heilig behandelten Rasen doch bestimmt nicht fahren. Oder ist ein Sprinter zu schnell gelaufen? Vielleicht ist das Volksparkstadion jetzt auch Gefahrengebiet und der Schiedsrichter soll durchsucht werden?

Ach nein, ist ja nicht “Realität”, sondern Werbung. Und in selbiger ist Absurdität ein beliebtes Mittel, um die Aufmerksamkeit des Betrachters zu fesseln. Im Regelfall wird nach dem sinnlos-absurden “Teaser” die Aufmerksamkeit möglichst schnell auf den manipulativen Teil der Nachricht gelenkt, um den Betrachter dazu zu veranlassen, ein Produkt zu kaufen oder in einem Fitnessstudio Mitglied zu werden. Dem Plakat nach hat der Mensch zur Polizei folgende Aussage gemacht:

“Mein Traumberuf war immer Polizist. Hätte es mit dem Fußball nicht geklappt, dann wäre ich bestimmt auch ein ganz guter Polizist geworden.”

Kurz verarbeiten … LOL! Nicht im Ernst, oder? Haben sich die Werbeleute vielleicht einen Spaß erlaubt?! Oder die implizite Botschaft gar nicht bemerkt?

Wir beleuchten das mal und ermitteln die in diesem Fall wichtigsten Fakten:

  1. Auf dem Plakat ist ein Mensch abgebildet, der “sagt”, Polizist sei immer sein Traumberuf gewesen.
  2. Er hat sich aber tatsächlich für einen anderen Beruf (Fußballspieler) entschieden.
  3. Der genauen Formulierung nach hat er seinen Traumberuf bei der Polizei Hamburg bereits über den Haufen geworfen. Sonst hätte er statt des Konjunktiv II …

“Der Konjunktiv II wird auch Irrealis genannt. Der Konjunktiv II wird verwendet, um unmögliche und unwahrscheinliche Bedingungen oder Bedingungsfolgen zu benennen oder um auszudrücken, dass unter mehreren an sich möglichen Folgen infolge menschlicher Entscheidungen durch Ermessensgebrauch eine bestimmte Folge ausscheiden werde.”

Quelle: Wikipedia (Konjunktiv II)

… den Indikativ verwendet und gesagt: “Wenn ich keine Lust mehr auf Fußball habe, dann gehe ich zur Polizei.” Hätte er machen können, hat er aber nicht.

Der Fall liegt klar. Polizist ist zwar angeblich immer sein Traumberuf gewesen, aber als er für sein eigenes Leben eine Entscheidung treffen musste, ist er doch nicht zur Polizei gegangen. Wenn es mit dem Fußball nicht geklappt hätte, wären ihm vielleicht auch noch Siebzehn andere, wichtigere Berufe eingefallen. Polizei war bestenfalls seine zweite Wahl. Er hat etwas anderes gewählt – vermutlich das, was ihm am wichtigsten war. Kann ich nachvollziehen.

Was ich allerdings sehr bemerkenswert bzw. schwer nachvollziehbar finde, ist, dass die Polizei Hamburg mit diesem Resultat Werbung macht. Denn in meinem Gehirn bleibt nach aufmerksamer Betrachtung und Analyse dieses Plakats nur folgende – für die Polizei eher unvorteilhafte – Essenz übrig:

Polizei Hamburg: Wir sind bestenfalls zweite Wahl

Verkauf samenfester Bio-Tomaten auf der Agora am 19. August 2015

Hintergrund

Schön, dass es so etwas wie die Tomatenretter gibt: Menschen, die sich uneigennützig für den Erhalt alter Tomatensorten einsetzen und neben Tomaten auch andere Gemüsesortem auf ihrem Hof anpflanzen, Samen archivieren und dadurch für zukünftige Generationen erhalten.

Die Tomaten werden bereits an zwei Tagen in der Woche regelmäßig verkauft — es gibt jedoch aktuell einen Tomaten-Überschuss, so dass Arndt von den Tomatenrettern sich einen weiteren Verkaufstag bzw. -stand gewünscht hat. Da das Universum bereits seine Unterstützung bekundet hat, möchten wir ihm diesen Wunsch erfüllen und auf der kommenden Agora am 19. August 2015 einen Großteil der leckeren Tomaten verkaufen.

Die Tomaten sind samenfest und garantiert unkontrollierte BIO-Tomaten, d.h. sie tragen kein Siegel, was aber der guten Qualität keinen Abbruch tut. Davon kann sich jeder am kommenden Mittwoch selbst überzeugen. Dort werden wir auch erklären, warum diese Tomaten als nicht marktfähige Lebensmittel gelten — ein Schlagwort, dass von profitorientierten Großkonzernen eingeführt worden ist.

Und falls eure Begeisterung über dieses Projekt und die leckeren Tomaten ebenso schnell wächst wie die unsere, könnt Ihr gleich vor Ort Tomatenretter werden.

Mehr Infos: www.tomatenretter.de | www.agora-hamburg.de | narrenmagie.de

Hier noch ein kleines Video unserer Vorbereitungen ;-)

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Wachsen, Umtopfen & Verschenken

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Insgesamt 14 Tomatenpflanzen haben in den letzten drei Wochen ihren Weg ans Licht gefunden und sind gestern in einzelne “Töpfe” umgezogen. Die beiden Größten sind bereits verschenkt und in einem Garten eingepflanzt. Die große Pflanze hat einen langen Weg aus Südfrankfreich hinter sich – ebenfalls als Geschenk.

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Die Saat keimt

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Etwa eine Woche nach dem Einpflanzen der Samen sprießen die ersten Tomatenkeime. Bisher lebten sie in einer geschlossenen Eisdose auf der Heizung. Aber nun benötigen die kleinen Pflanzen für das weitere Wachstum viel Licht und sind deswegen mit der Eisdose (ohne Deckel) auf die Fensterbank umgezogen.

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5.000 Geschenk-Briefe helfen bei der Aufklärung über TTIP

Am Anfang dieses Projektes stand der Wunsch, deutlich mehr Menschen über die potentiellen Folgen von TTIP zu informieren. Die geheimen Verhandlungen über ein sogenanntes “Freihandelsabkommen”, welches primär Großkonzernen und der Genfood-Lobby dient, hat bereits das Umweltinstitut München näher beleuchtet. Wir helfen dabei, diese Informationen noch mehr Menschen nahe zu bringen, indem wir im Raum Hamburg Briefe mit Tomatensamen und TTIP-Flyern verteilen.

Bereits seit Wochen helfen viele Freiwillige dabei, insgesamt ca. 40.000 Tomatensamen in kleine Tüten zu füllen, auf Anschreiben zu kleben und mit den Flyern in insgesamt 5.000 Briefumschläge zu verpacken.

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