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Kritik an Respekt-Vortrag von René Borbonus

Es gibt auf Youtube einen Vortrag von René Borbonus mit dem Titel “Wie Sie Ansehen bei Freund und Feind gewinnen”. In diesem Vortrag hebt Herr Borbonus die Wichtigkeit des gegenseitigen Respekts hervor. Leider verhält er sich an einigen Stellen derartig respektlos, dass ich einen Kommentar dazu verfasst habe, den ich in diesem meinen Blog noch ergänzen möchte.

Zunächst der Link zum Vortrag:

Hier mein Kommentar (so wie auf Youtube veröffentlicht):

Bei 13:03 sagt Herr Borbonus: “Prüfen Sie Dinge kritisch, auch die, die ich sage”.

Das habe ich gemacht. Da Herr Borbonus hier über Respekt redet, muss er sich auch folgende, meine Kritik gefallen lassen:

Zunächst habe ich (bisher hauptsächlich subjektiv bis bauchgefühlmäßig) den Eindruck, dass er hier künstlich diese ernsthaft-drückende Atmosphäre schafft. Das mag bei den angesprochenen Themen gut passen, ich halte es aber für zweckmäßig (aus seiner Sicht), im Klartext: Manipulativ. Sehr kurz zwischen einigen Witzen meine ich zu erkennen, wie er selbst lacht und seine Fröhlichkeit sehr schnell sofort wieder durch einen bewusst-ernsthaft aufgesetzten Gesichtausdruck ersetzt. Dieses Phänomen ist unter dem Begriff Mikrogesten bekannt. Das würde (falls ich mit meinem Bauchgefühl richtig liege) bedeuten, dass Herr Borbonus sich hier komplett verstellt, um eine bestimmte Wirkung zu erzielen. Ein solches Verhalten wäre aus meiner Sicht Manipulation pur. Das wirft natürlich sofort die Frage auf, welchen Zweck er damit verfolgen könnte.

Folgende Punkte in seinem Vortrag finde ich — da es sich um das Thema Respekt dreht — in höchstem Maße kritisch:

1. Bei 4:55 sagt Herr Borbonus, direkt nach der Griechenland-Geschichte: “Und wir leben in einem Land, wo Fluglotsen einen ganzen Flughafen lahmlegen, weil sie mehr verdienen wollen, als Ärzte und Professoren. Ein bisschen weniger Hochmut und mehr Respekt würde uns da gut stehen”. Bevor der kritisch denkende Kommentarleser jetzt meinen Kommentar weiter liest, möge er (oder sie) diesen Satz und den Kontext in dem dieser genannt wird, mal ganz genau unter die Lupe nehmen. — (genau hier erstmal selbst denken) — Meine Meinung: Bei diesem Satz und in diesem Kontext handelt es sich um ein Rhetorisches Meisterwerk. Leider um ein höchst destruktives, das gegen die Piloten gerichtet ist, die ihr gutes Recht auf Streik wahrnehmen und pauschal über einen Kamm geschoren werden, denen unterstellt wird, sie wollten mehr verdienen als Andere (implizite Aussage: Neid, Gier), anstatt mal ein Argument der Pilotenvereinigung zu bringen, das vermutlich ein ganz anderes Licht auf die Sache werfen würde. Danach werden die zuvor genannten Piloten noch mit dem Wort “Hochmut” etikettiert (eine direkte Beleidigung). Noch während ich diesen Text schreibe, spüre ich ein abgrundtiefes Maß an Ekel, denn es widert mich an, wie jemand, der sich vorgeblich mehr Respekt in unserer Gesellschaft wünscht, in höchst professioneller Art und Weise andere Menschen durch den Dreck zieht. Ein solches Verhalten ist an Falschheit und Respektlosigkeit wohl kaum zu überbieten. Nun gut, es besteht eine Restwahrscheinlichkeit, dass es nicht so gemeint war, wie ich es empfinde.

2. Bei 6:24: “Anonymität macht uns zu wilden Tieren, das würde ich sofort abschaffen, wenn ich könnte, oder?!” Schön einseitig pauschalisiert, übrigens eine sehr manipulative, aus meiner Sicht respektlose Art der Kommunikation. Und zeitgleich fährt Herr Borbonus hier indirekt die Linie, eine Totalüberwachung zu befürworten bzw. sogar zu fordern. Mag sein, dass er das nicht so gemeint hat, aber ein gewisses Wirkungsbewusstsein erwarte ich schon von jemandem, der sich mit dem Thema Respekt auseinandersetzt. Er ist also entweder unfähig, die Konsequenzen seiner Aussage zu erkennen, oder tätigt diese absichtlich.

3. Direkt im Anschluss bei 6:32: “Gehen Sie auf ein seriöses Internet-Forum: Spiegel-Online.”
Muahaha 😀
Also spätestens hier könnte dem aufmerksamen und alternativ-medial gebildeten Menschen die Kinnlade runterfallen. Spiegel-Online in einem Satz mit dem Wort “seriös”. Dort werden regelmäßig kritische, gut recherchierte Kommentare gelöscht, weil sie nicht in das Weltbild der Redakteure passen.

4. Bei 11:11 “… meine Frau kann das in Perfektion zum Beispiel.” (Im Kontext: Sich respektlos verhalten)
Diese Stelle hätte ich gar nicht bemerkt, wäre ich nicht vor Kurzem im Quatsch Comedy Club in Hamburg gewesen. Als eher ruhig und spirituell angehauchter Mensch habe ich mich selbst gewundert, dort überhaupt hinzugehen. Aber gut, ein enger, auch eher ruhiger Freund, der sich ebenfalls über sich selbst wunderte, dort hinzugehen, hatte mich quasi eingeladen, weil eine Freundin mit ihm dorthin wollte. Eine Verkettung spezieller Umstände also. Aber ich schweife ab. Mal abgesehen von dem “Dieter-Bohlen-artigen” Niveau, das bei den meisten Sprüchen herrschte, ist mir bei allen drei “Comedians” der ersten Hälfte (in der Pause bin ich dann nach Hause gegangen) Folgendes aufgefallen: Sie haben alle ausnahmslos eigene Familienmitglieder durch den Dreck gezogen – aber so richtig übel. Nicht so verhalten und scheinbar harmlos, wie der Spruch von Herrn Borbonus in diesem Video rüber kommt.

Muss das sein? Wenn sich jemand als Abgesandter des Respekts hinstellt, warum sagt er dann über seine eigene Frau, diese könne sich in Perfektion respektlos verhalten?
Ich überlasse dem aufmerksamen Mitdenker, die zu Anfang gestellte Frage zu beantworten, welchen Zweck Herr Borbonus mit diesem Verhalten verfolgen könnte. Ein bisschen rote Pille muss man schon geschluckt haben, um es zu durchschauen.

Von den genannten Punkten abgesehen sind in diesem Vortrag natürlich sehr viele “gute” Elemente enthalten, die uns helfen können, respektvoller miteinander umzugehen. Insofern bin ich Herrn Borbonus dennoch dankbar für seinen Vortrag.

Aber meine Bitte an alle Zuhörer und Zuschauer: Passt auf, wenn ihr solche Vorträge komsumiert. Die richtig bösen Elemente sind mit den Guten eng verflochten und nur mit scharfen Sinnen und einem gut entwickelten Unterscheidungsvermögen zu trennen.

Und hier eine Ergänzung:

Ich habe weitere Verknüpfungen bewusst nicht auf Youtube gepostet, weil ich es für möglich halte, dass der Kommentar dort dann gelöscht wird.

Zunächst einmal haben andere Kommentatoren bereits geschrieben, dass der Vortrag “vorbereitet” wirkt. Und höchstwahrscheinlich ist er das auch. Die Allerwenigsten schütteln so einen Vortrag “mal eben aus dem Ärmel”. Bei 13:15 sagt Herr Borbonus weiterhin, dass er Rhetorik-Trainer sei. Das heißt für mich, dass er den Vortrag sehr genau vorbereitet hat und auch ganz genau weiß, was er dort im Detail sagt und welche Wirkung die oben kritisierten Elemente beim Zuschauer bzw. Zuhörer entfalten.

Ein Freund erzählte mir einmal, dass bekannte “Comedians” von “der herrschenden Klasse” bzw. “den Leuten in Entscheidungspositionen” gezwungen würden, sich mindestens einmal in Frauenkleidern zu zeigen. Wer dies nicht täte, bekäme auch keine gute Rollen und würde demnach auch kein Ruhm, Ansehen, usw. erhalten (zu dem Thema gibt es mit Sicherheit eine gute Dokumentation, sie ist mir aber nicht bekannt). Und genau diese Assoziation kam bei mir sofort hoch, als ich die gehäuften Diffamierungen in Bezug auf die eigene Familie bemerkte. Sollte ich in Zukunft mal wieder Comedy schauen, so werde ich sehr genau darauf achten, welche Comedians über ihre eigenen Familienmitglieder herziehen.

Sehr interessant ist auch, dass Herr Borbonus sich bei 13:10 und dem Satz “Glauben Sie mir kein Wort” an’s Ohr fasst. Kann Zufall sein, aber der durchschnittlich gebildete Verschwörungstheoretiker würde hier sofort eine Geste irgend einer Loge erkennen 😉

In diesem Blog möchte ich auch näher auf die Frage eingehen, welchen Zweck Herr Borbonus mit diesem Vortrag verfolgen könnte. Da meine Antwort eher unglaubwürdig klingen könnte, wenn ich sie direkt äußerte, zeige ich stattdessen auf, wie ich selbst zu ihr gefunden habe.

Ausgangspunkt sind die vier gefundenen Respektlosigkeiten. Diese sind rhetorisch sehr gut in einen sonst glaubwürdigen und fundierten Vortrag über Respekt eingebettet und werden vermutlich von den allerwenigsten Zuhörern erkannt, sondern stattdessen unbewusst “geschluckt”.

Interessant ist, wessen Positionen in diesen Passagen vertreten werden, also die altbekannte “Cui bono”-Analyse: Wem nützt es. Wer hat ein Interesse, der breiten Masse (das Video hat aktuell immerhin knapp 700.000 “Views”) diese “Programmierungen” unterzujubeln?

1. Eine Gruppe, die gegen die Pilotenstreiks (oder Streiks (=Aufbegehren) allgemein) ist. Das Thema war damals (Februar/März 2013) übrigens sehr aktuell.

2. Eine Gruppe, die ein Interesse an Totalüberwachung und der Abschaffung von “Anonymität” (=Privatsphäre) hat.

3. Eine Gruppe, die mit Spiegel-Online zusammenarbeitet bzw. befreundet ist.

4. Eine Gruppe, die ein Interesse daran hat, die Institution Familie zu zersetzen.

Noch etwas Wichtiges an dieser Stelle: Der oben genannte Vortrag wird bei Youtube sehr unkritisch gelobt. Obwohl wie gezeigt üble Respektlosigkeiten in dem Vortrag vorkommen, scheint die Mehrzahl der Zuschauer diese nicht zu bemerken, sondern ihn als Paradebeispiel oder geeignetes Lehrmaterial für Respekt zu halten. Jeder klar denkende Mensch müsste sofort die kognitive Dissonanz wahrnehmen, die bei dem Versuch entsteht, jemandem Respekt vermitteln zu wollen, indem man sich respektlos verhält. Wie bereits angemerkt ist der Vortrag rhetorisch hoch professionell gestaltet und wer Freude daran hat, kann die entsprechenden Stellen gern mal zerpflücken, um zu erkennen und zu zeigen, warum beim Publikum keine kognitive Dissonanz entsteht. Mir ist an dieser Stelle vor allem eines wichtig: Es gibt für die Wahrnehmung einer Situation, die eigentlich kognitive Dissonanz verursachen müsste, beim Zuhörer aber nicht als solche erkannt wird, eine prägnante Bezeichnung: Doppeldenk.

So weit, so gut. Wirklich faszinierend und statistisch interessant wäre natürlich, wenn es irgend eine Gruppe oder Gruppierung gäbe, auf die alle 4 oben genannten Punkte zutreffen und die gleichzeitig ein Interesse daran hat, Doppeldenk zu fördern. Wer könnte das sein?

Auf diese Frage hätte jeder durchschnittliche, gut gebildete Verschwörungstheoretiker sofort eine Antwort. Es ist eine Gruppe X (X ist hier nur ein Platzhalter 😉 ). Und jeder, der für diese Gruppe X arbeitet und gut von ihr bezahlt wird, hat sowohl ein Interesse daran, solch respektlose Elemente unter einen sonst guten Vortrag über Respekt zu mischen, als auch Doppeldenk in der breiten Masse als akzeptierte Geisteshaltung zu etablieren.

Wer jetzt immernoch keine Ahnung hat, worum es geht, findet möglicherweise in dem Roman 1984 hilfreiche Puzzlestücke (oder sogar die Antwort selbst) 😉

Alnatura Multi-Frucht-Riegel

Alnatura führt Kunden mit “Sparpreis” in die Irre

Ein Erfahrungsbericht: Ärger, Analyse und Lösungsvorschlag

Was ist passiert?

Heute war ich mal wieder bei Alnatura und wollte mir lecker Fruchtriegel kaufen. Dort prangte ein blaues Schild mit der Aufschrift “Sparpreis”. Ich nahm gleich zwei Stück. Seltsam, dieses Schild war mir schon bei meinem letzten Einkauf vor einigen Tagen aufgefallen. Schon damals hatte ich mich über den unveränderten Preis von 1,65 € gewundert..

Dieses Mal stand eine mir bekannte Mitarbeiterin in der Nähe, die ich direkt darauf ansprach, warum denn plötzlich ein Sparpreis der gleiche sei wir vorher. Da sie mir in der Vergangenheit bereits bei Reklamationen geholen hatte, fragte ich sie gleich, ob sie die Filialleiterin sein. “Stellvertretende Fillialleiterin” kam als Antwort — ich war also an der richtigen Adresse. Ich gab relativ deutlich (aber freundlich) zu verstehen, dass ich diese Art der Produktbeschilderung als “Kundenverarsche” empfände. Sie gab von sich aus zu, dass diese Beschilderung für Kunden irreführend sei(n könne). Das betreffe ja aber auch nur Kunden, die nicht regelmäßig bei Alnatura einkaufen würden. Bitte was? Ich kaufe seit mehreren Jahren bei Alnatura und mir ist noch nie die Bedeutung eines Schildes erklärt worden, dass eine offensichtlich falsche Bezeichnung* trägt. Es folgte von ihrer Seite die Erklärung: Gemeint sei mit dem blauen “Sparpreis”-Schild, dass es sich um das günstigste Produkt der jeweiligen Kategorie handele. Außerdem sei es dauerhaft günstig. Es gebe noch ein rotes “Aktions”-Schild, das eine Preissenkung bei den Produkten anzeige. Ich bedankte mich für die Erklärung, ging mit den beiden Riegeln zur Kasse und dachte über ihre Worte nach.

Aber ich verstand es nicht. Was meinte sie denn mit der “jeweiligen Kategorie”? Also noch mal in den Laden, der Dame hinterher und weiter gefragt. Sie erklärte es mir am Beispiel Kokosöl: Es gebe verschiedene Sorten Kokosöl und das mit dem blauen “Sparpreis”-Schild sei das günstigste bezogen auf 100 ml. Daraufhin erwiderte ich, dass das ja bei Kokosöl relativ einleuchtend sei, aber bei den Fruchtriegeln gebe es kein vergleichbares Produkt (gemischter Riegel mit 4 verschiedenen Sorten in einer Packung); außerdem seien die verschiedenen Sorten ja auch mit verschiedenen Inhaltsstoffen gemacht und Mandeln kosteten im Einkauf nun mal mehr als Äpfel, insofern sei hier ein Vergleich innerhalb der fiktiven Kategorie “Fruchtriegel” unpassend. Da stimmte sie mir zu.

Ich gab nochmals deutlich zu verstehen, dass ich diese Behandlung von Kunden überhaupt nicht witzig fände und sagte ihr auch, dass es mir ein leichtes sei, bei schlechter Laune eine Domain alnatura-ist-blöd.tld zu reservieren, um anschließend einen Blog aufzusetzen und dort die Geschichte zu veröffentlichen. Ja ich war sauer, denn es war weder der erste noch der zweite unschöne Zwischenfall bei Alnatura und wenn das Fass voll ist reicht ein kleiner Tropfen … Nun gut, da ich am betreffenden Tag keine schlechte Laune hatte, veröffentlichte ich den Erfahrungsbericht im Blog ohne gemeinen Domainnamen 😉

*Sparpreis und sparen

Zurück zur Wortwahl “Sparpreis”: Die Bezeichnung “Sparpreis” ist in diesem Fall grundsätzlich irreführend. Zur Erinnerung: Sparen bedeutet (in meiner Welt), weniger zu bezahlen und den Differenzbetrag zu behalten, um sich davon etwas anderes zu kaufen.

Das Wort “sparen” wird die letzten Jahre gefühlt von fast allen Firmen schamlos missbraucht, meist jedoch in dem Kontext, dass ich ein Produkt kaufen soll, weil es aktuell “besonders günstig” angeboten wird. Tatsächlich ist “günstig” oft das einzige Argument für einen Kauf. In einem solchen Fall würde ich nicht sparen, sondern im Gegenteil unnötige Mehrausgaben tätigen.

Alnatura könnte sich — wie bei der Auswahl und Qualität einiger Produkte — auch im Bereich der Wortwahl positiv abheben und dem weit verbreiteten Wortmissbrauch eine alternativ-angenehme Ehrlichkeit und Direkheit entgegen setzen. Leider geht Alnatura bei der Manipulation sogar noch einen Schritt weiter und setzt der Irreführung von Kunden durch “sparen” die Krone auf: Denn beim Kauf dieses Multi-Früchte-Riegels spare ich rein gar nichts, auch nicht beim Kokosöl. Der Preis ist gleich geblieben. Fail.

Was wäre eine Alternative bzw. Lösung?

  1. Grundsätzlich korrekt ist die Bezeichnung “kleinster Preis” für das blaue Schild, das allerdings nur beim Kokosöl und vergleichbaren Produktkategorien sinnvoll ist.
  2. Bei den Fruchtriegeln hat das Schild nichts verloren, denn die Riegelsorte ist einzigartig.

Mir ist bewusst, dass auch diese meine Einteilung einer gewissen Subjektivität unterliegt, denn schließlich ist alles eine Frage der Betrachtungsweise. Manch einer mag sachlich korrekt argumentieren, dass ein günstigeres Kokosöl von minderer bzw. anderer Qualität und für seine Anwendungszwecke nicht geeignet sei. Jemand anders mag den Standpunkt vertreten, dass Fruchtriegel eben Fruchtriegel sei. Die Grenze ziehe ich selbst bei den Inhaltsstoffen, die bei den unterschiedlichen Fruchtriegeln eben komplett anders sind und auch signifikant den Preis beeinflussen.

Woher mein Ärger?

Bei mir wurde durch das blaue “Sparpreis”-Schild der Eindruck erweckt, dass dieses Produkt im Preis gesenkt sei. Und ich unterstelle mal, dass jemand in der Marketingabteilung bei Alnatura diesen Effekt mindestens billigend in Kauf genommen hat. Es könnte sogar so sein, dass das Schild vorsetzlich mit dieser Absicht gestaltet worden ist. Denn man hätte auch ohne weiteres “günstigstes Produkt” und “im Preis gesenkt” auf die blauen bzw. roten Schilder drucken können. Das wäre klar, unmissverständlich und würde den propagierten Effekt der Kundeninformation ohne die negativ belastete Manipulation erfüllen.

Bei mir war der Eindruck entstanden, dass die Riegel günstiger sind als sonst. Ob ich auch ohne das blaue “Sparpreis”-Schild zu zwei Riegeln oder nur einem gegriffen habe, kann ich im Nachhinein nicht mit Sicherheit sagen. Aber meine Konsequenz war klar: Ich habe einen der beiden Riegel wieder zurück gelegt.

Polizei Hamburg: Wir sind bestenfalls zweite Wahl

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In der aktuellen Werbekampagne der Polizei Hamburg steht ein dunkelhäutiger Mann mit Fußballtrikot im Stadion und hält dem Betrachter die rote Seite einer Winkerkelle entgegen: HALT POLIZEI. Als (überwiegend) gesetzestreuer Bürger habe ich angehalten und mir die Werbung genauer angesehen.

Zunächst einmal schlägt mir die offensichtliche Absurdität der Situation entgegen. Warum trägt dieser (Schein-)Polizist ein Fußballtrikot? Ist das die neue Uniform oder arbeitet er als verdeckter Ermittler? Und was will dieser Mensch im Stadion mit der Kelle? Autos dürfen auf dem als heilig behandelten Rasen doch bestimmt nicht fahren. Oder ist ein Sprinter zu schnell gelaufen? Vielleicht ist das Volksparkstadion jetzt auch Gefahrengebiet und der Schiedsrichter soll durchsucht werden?

Ach nein, ist ja nicht “Realität”, sondern Werbung. Und in selbiger ist Absurdität ein beliebtes Mittel, um die Aufmerksamkeit des Betrachters zu fesseln. Im Regelfall wird nach dem sinnlos-absurden “Teaser” die Aufmerksamkeit möglichst schnell auf den manipulativen Teil der Nachricht gelenkt, um den Betrachter dazu zu veranlassen, ein Produkt zu kaufen oder in einem Fitnessstudio Mitglied zu werden. Dem Plakat nach hat der Mensch zur Polizei folgende Aussage gemacht:

“Mein Traumberuf war immer Polizist. Hätte es mit dem Fußball nicht geklappt, dann wäre ich bestimmt auch ein ganz guter Polizist geworden.”

Kurz verarbeiten … LOL! Nicht im Ernst, oder? Haben sich die Werbeleute vielleicht einen Spaß erlaubt?! Oder die implizite Botschaft gar nicht bemerkt?

Wir beleuchten das mal und ermitteln die in diesem Fall wichtigsten Fakten:

  1. Auf dem Plakat ist ein Mensch abgebildet, der “sagt”, Polizist sei immer sein Traumberuf gewesen.
  2. Er hat sich aber tatsächlich für einen anderen Beruf (Fußballspieler) entschieden.
  3. Der genauen Formulierung nach hat er seinen Traumberuf bei der Polizei Hamburg bereits über den Haufen geworfen. Sonst hätte er statt des Konjunktiv II …

“Der Konjunktiv II wird auch Irrealis genannt. Der Konjunktiv II wird verwendet, um unmögliche und unwahrscheinliche Bedingungen oder Bedingungsfolgen zu benennen oder um auszudrücken, dass unter mehreren an sich möglichen Folgen infolge menschlicher Entscheidungen durch Ermessensgebrauch eine bestimmte Folge ausscheiden werde.”

Quelle: Wikipedia (Konjunktiv II)

… den Indikativ verwendet und gesagt: “Wenn ich keine Lust mehr auf Fußball habe, dann gehe ich zur Polizei.” Hätte er machen können, hat er aber nicht.

Der Fall liegt klar. Polizist ist zwar angeblich immer sein Traumberuf gewesen, aber als er für sein eigenes Leben eine Entscheidung treffen musste, ist er doch nicht zur Polizei gegangen. Wenn es mit dem Fußball nicht geklappt hätte, wären ihm vielleicht auch noch Siebzehn andere, wichtigere Berufe eingefallen. Polizei war bestenfalls seine zweite Wahl. Er hat etwas anderes gewählt – vermutlich das, was ihm am wichtigsten war. Kann ich nachvollziehen.

Was ich allerdings sehr bemerkenswert bzw. schwer nachvollziehbar finde, ist, dass die Polizei Hamburg mit diesem Resultat Werbung macht. Denn in meinem Gehirn bleibt nach aufmerksamer Betrachtung und Analyse dieses Plakats nur folgende – für die Polizei eher unvorteilhafte – Essenz übrig:

Polizei Hamburg: Wir sind bestenfalls zweite Wahl

Verkauf samenfester Bio-Tomaten auf der Agora am 19. August 2015

Hintergrund

Schön, dass es so etwas wie die Tomatenretter gibt: Menschen, die sich uneigennützig für den Erhalt alter Tomatensorten einsetzen und neben Tomaten auch andere Gemüsesortem auf ihrem Hof anpflanzen, Samen archivieren und dadurch für zukünftige Generationen erhalten.

Die Tomaten werden bereits an zwei Tagen in der Woche regelmäßig verkauft — es gibt jedoch aktuell einen Tomaten-Überschuss, so dass Arndt von den Tomatenrettern sich einen weiteren Verkaufstag bzw. -stand gewünscht hat. Da das Universum bereits seine Unterstützung bekundet hat, möchten wir ihm diesen Wunsch erfüllen und auf der kommenden Agora am 19. August 2015 einen Großteil der leckeren Tomaten verkaufen.

Die Tomaten sind samenfest und garantiert unkontrollierte BIO-Tomaten, d.h. sie tragen kein Siegel, was aber der guten Qualität keinen Abbruch tut. Davon kann sich jeder am kommenden Mittwoch selbst überzeugen. Dort werden wir auch erklären, warum diese Tomaten als nicht marktfähige Lebensmittel gelten — ein Schlagwort, dass von profitorientierten Großkonzernen eingeführt worden ist.

Und falls eure Begeisterung über dieses Projekt und die leckeren Tomaten ebenso schnell wächst wie die unsere, könnt Ihr gleich vor Ort Tomatenretter werden.

Mehr Infos: www.tomatenretter.de | www.agora-hamburg.de | narrenmagie.de

Hier noch ein kleines Video unserer Vorbereitungen 😉

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Wachsen, Umtopfen & Verschenken

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Insgesamt 14 Tomatenpflanzen haben in den letzten drei Wochen ihren Weg ans Licht gefunden und sind gestern in einzelne “Töpfe” umgezogen. Die beiden Größten sind bereits verschenkt und in einem Garten eingepflanzt. Die große Pflanze hat einen langen Weg aus Südfrankfreich hinter sich – ebenfalls als Geschenk.

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Die Saat keimt

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Etwa eine Woche nach dem Einpflanzen der Samen sprießen die ersten Tomatenkeime. Bisher lebten sie in einer geschlossenen Eisdose auf der Heizung. Aber nun benötigen die kleinen Pflanzen für das weitere Wachstum viel Licht und sind deswegen mit der Eisdose (ohne Deckel) auf die Fensterbank umgezogen.

5.000 Geschenk-Briefe helfen bei der Aufklärung über TTIP

Am Anfang dieses Projektes stand der Wunsch, deutlich mehr Menschen über die potentiellen Folgen von TTIP zu informieren. Die geheimen Verhandlungen über ein sogenanntes “Freihandelsabkommen”, welches primär Großkonzernen und der Genfood-Lobby dient, hat bereits das Umweltinstitut München näher beleuchtet. Wir helfen dabei, diese Informationen noch mehr Menschen nahe zu bringen, indem wir im Raum Hamburg Briefe mit Tomatensamen und TTIP-Flyern verteilen.

Bereits seit Wochen helfen viele Freiwillige dabei, insgesamt ca. 40.000 Tomatensamen in kleine Tüten zu füllen, auf Anschreiben zu kleben und mit den Flyern in insgesamt 5.000 Briefumschläge zu verpacken.

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